KBW Freital - seit 1995 Samstag, 01. Oktober 2016 - 20:50 Uhr
Gartenuebergabe

Gartenuebergabe

Wie komme ich zu einem Kleingarten ?

Was sind Kleingärten ?

Kleingärten sind Pachtgärten, die in der Regie von gemeinnützigen Vereinen bewirtschaftet werden. Die Gärten sind zwischen 200 und 550 m² groß. Der durchschnittliche Kaufpreis für eine auf der Parzelle befindlichen Gartenlaube liegt zwischen 500 und 2500 € . Der Pachtpreis pro m² und Jahr ist territorial etwas unterschiedlich und bewegt sich im Bereich von 4 - 10 Cent. Dem Bewirtschafter der Parzelle sind durch das Bundeskleingartengesetz, die Rahmenkleingartenordnung des LSK und den Unterpachtvertrag  Pflichten auferlegt. Diese Regeln sind notwendig, um die schützenden Bedingungen für die Kleingärtner aufrecht zu erhalten. Ein drittel Obst und Gemüse anbauen, sich aktiv erholen, Geselligkeit unter Gleichgesinnten suchen und Spielmöglichkeiten für Kinder schaffen, wer das möchte hat mit einem Kleingarten die richtige Wahl  getroffen. Für Individualisten ist der Schrebergarten eher nicht geeignet.

Wie finde ich eine freie Parzelle ?

Die Zeitung, das Internet, Aushänge in Einkaufscentern, Nachfrage in ausgewählten Gartenanlagen oder beim Territorialverband und Mundpropaganda sind Möglichkeiten, sich über freie Gärten zu informieren.

Wie gestaltet sich die Übernahme einer freien Parzelle ?

Der abgebende Pächter hat dem Vorstand des Kleingartenvereins sein Anliegen mitgeteilt. Die Ablösesumme für die Baulichkeit und die Anpflanzung (persönliches Eigentum) wurde durch unabhängige Wertermittler des Territorialverbandes in einem Gutachten festgestellt.                                               
Folgende Formalitäten sind notwendig:
Antrag auf Mitgliedschaft im Verein (Vereinsrechtlich)
Der neue Pächter stellt beim Vorstand des Kleingartenvereins den Antrag auf Mitgliedschaft. Für ein Pachtverhältnis ist die Mitgliedschaft im Verein Bedingung. Mit der Aufnahme und Aushändigung der Satzung erkennt das neue Mitglied den Inhalt der Satzung an, es wird die Teilnahme am Vereinsleben und die Achtung der Beschlüsse erwartet.

Kaufvertrag (privatrechtlich)

Beide Parteien einigen sich letztendlich auf eine Ablösesumme, die nicht über dem ermittelten Wert liegen soll.

Unterpachtvertrag (pachtrechtlich)

Der Vorstand des Kleingartenvereins schließt im Auftrag des Territorialverbandes (Verwaltungsvollmacht) bzw. dem Verpächter einen Unterpachtvertrag mit dem neuen Pächter. Mit der Unterzeichnung erkennt der Pächter die Bedingungen an.
Der Verfahrensweg um zu einem Kleingarten zu kommen erscheint komplizierter als er ist. Die hier gemachten Ausführungen sollen nicht abschrecken, sondern den künftigen Gartennutzern den Weg zum Kleingarten aufzeigen. Wir freuen uns über jeden neuen Pächter und ganz besonders über junge Familien, die sich für einen Kleingarten entscheiden.

Was muß bei einer Gartenabgabe beachtet werden ?

Wie kündige ich richtig ?

Laut Unterpachtvertrag § 2 (4) und BGB § 584 (1) ist eine schriftliche Kündigung des Pachtverhältnisses spätestens zum dritten Werktag des Monats Juli zum 30.11.des Jahres möglich. Wenn ein verbindlicher Nachpächter vorhanden ist, kann auch im laufenden Jahr gekündigt werden.
Die Kündigung der Mitgliedschaft regelt sich nach den Festlegungen der Satzung des Vereins.

Was wird aus meinem Eigentum ?

Eigentum ist alles das, was vom Pächter auf das Pachtland aufgebracht bzw. in den Boden eingebracht wurde (Laube und Anpflanzungen). Er ist für sein Eigentum verantwortlich und muß dieses an einen Nachfolger verkaufen bzw.übergeben. Der abgebende Pächter hat auch das Recht bzw.die Pflicht zur Mitnahme seines Eigentums, wenn kein Käufer gefunden wird.

Muß ich mein Eigentum vor der Übergabe schätzen lassen ?

Laut Unterpachtvertrag § 11 (3) ist der Pächter verpflichtet, eine Wertermittlung seines Eigentums auf seine Kosten durchführen zu lassen. Unabhängige Wertermittler werden vom Territorialverband gestellt. In diesem Zusammenhang sollen ungenehmigte Bauten und Anpflanzungen beseitigt werden.

Was ist, wenn ich keinen Nachfolger finde ?

Es gibt die Möglichkeit, sein Eigentum weitere 2 Jahre nach Beendigung des Pachtverhältnisses auf dem Pachtland zu belassen. Dazu kann mit dem Vorstand ein Gestattungsvertrag geschlossen werden. Nach Ablauf der 2 Jahre muß die Parzelle zwangsläufig beräumt werden. Diese Fälle sind aber eher selten.